Wynrich Zlomke Photography

Ravensburg, 13.11.2006 

1/125 sec, mehr oder weniger, festgehalten für 125 Jahre herausgelöst aus der Ewigkeit, eingefroren im unendlichen Fluß der Zeit. Was bedeutet Fotografie, wie lange währt ein Augenblick ? 3sec,1/125sec,1/8000sec oder noch kürzer, vielleicht sogar unendlich kurz, so kurz das es den Augenblick eigentlich gar nicht gibt. In dem Moment wenn die Zukunft zur Vergangenheit wird ist der nicht existierende Augenblick, das Nichts als Baustein des Ewigen, des Universums. So gesehen beinhaltet jedes einzelne Foto eine unendliche Anzahl Augenblicke. Nicht mehr und nicht weniger als die Unendlichkeit. Ein Foto beinhaltet das gesamte Universum.

Am Anfang war das Wort, der Laut, das OM ,das göttliche Nichts aus dem Alles kommt, das Nichts das Alles ist, der kleinste Baustein des Seins.

Diese Seele hab ich gesucht und in meinen Fotografien gefunden, im Blick einer Inderin, in der perfekten Schönheit des Lotos, oder eines Schmetterlings, der Haltung eines Menschen, einer Farbe, im Lachen eines Kindes nach dem Schaukeln, in einem grünen Tempelsee, in Elefanten, beim Barbier, im Kopflosen, in der Kälte die mich überfiel beim Blick auf einen Schatten über einem Kinderkleid.

Gott ist ein Sandkorn. Jedes Sandkorn ist Gott.  


Diafilme werden in Indien recht großzügig (falsch) entwickelt, so wird Provia Cyan- und Velvia Magenta-stichig. Da man das wußte konnte man den Entwicklungsfehler gezielt nutzen.

Sechs Monate war Wynrich Zlomke mit seiner Frau und Kind im ICYER Ashram, Tamil Nadu, Indien. in den freien Stunden außerhalb des Ashrams kam er dem Leben auf den Straßen um Auroville und Pondicherry nahe. Die Lebens- und Menschenbilder aus Indien werden im alten Unterjesinger Mühlenraum bei Tübingen gezeigt. Vernissage mit Performance der Künstlerin Dietmute Zlomke am 19.November 2006. Die Ausstellung läuft noch bis 19.Januar 2007.

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